Das autonome Tauchfahrzeug ATLAS SeaCat der WTD71 wird in den Kommunikationsverbund aus unterschiedlichen Bodenknoten (im Hintergrund), Fahrzeugen, Bojen und Tauchern eingebunden. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/147341 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: „obs/Presse- und Informationszentrum AIN/detlef mueller-struck“

Koblenz/Kiel (ots) – Wie kommuniziert man unter Wasser kabellos in einem Netzwerk? Auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 71 der Bundeswehr in Kiel führt ein internationales Team aus Wissenschaftlern und Technikern verschiedener Behörden, Instituten und Unternehmen ein Hightech-Hafenexperiment durch.

Deutschland, die Niederlande, Norwegen, Schweden, und Finnland testen im EDA-SALSA Projekt (European Defence Agency – Smart Adaptive Long- and Short-range Acoustic network) digitale Unterwasserkommunikation. Über ein spezialisiertes Netzwerkprotokoll (GUWMANET Gossiping UnderWater Mobile Ad hoc NETwork), das von der Bundeswehrdienststelle konzipiert wurde, werden 20 bemannte und unbemannte Plattformen adaptiv und kabellos miteinander verknüpft. Autarke Systeme, Tauchfahrzeuge, Stationen auf dem Meeresboden, Schiffe und Boote kommen dabei zum Einsatz. Sogenannte „Gateway-Bojen“ binden die Netzwerkteilnehmer, die sich unter Wasser befinden, an die Funkkommunikation über Wasser an.

„Wir freuen uns, unsere Projektpartner hier zu begrüßen und ihnen eine ideale Infrastruktur in der Kieler Förde bieten zu können“, so der Koordinator dieses Experiments, Dr. Ivor Nissen, von der WTD 71. „Damit wird ein weiterer technologischer Baustein für eine Kommunikation unter Wasser geschaffen. Dies wird ein breites Spektrum von neuen Fähigkeiten eröffnen.“

Eine große Herausforderung hierbei besteht in den sich schnell verändernden Unterwasserschallbedingungen, an die sich die akustischen Kommunikationssignale anpassen müssen. Solche Fähigkeiten, die sich etwa Meeressäuger die sich zum Beispiel Wale im Laufe der Evolution in einer langen Evolutionsphase angeeignet haben, müssen für die Unterwasserkommunikation erst entwickelt und getestet werden.

Ein Beispiel: Telefone könnten unter Wasser lernen, „mitzudenken“ und von sich aus die geeignete Frequenz, die Lautstärke und die Empfangsverstärkung auswählen, damit die Nachricht korrekt beim Empfänger eintrifft.

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